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Article: Hirschlausfliege: Ein fliegender Parasit aus dem Wald – fliegende Zecken im Blick

Hirschlausfliege: Ein fliegender Parasit aus dem Wald – fliegende Zecken im Blick

Hirschlausfliege: Ein fliegender Parasit aus dem Wald – fliegende Zecken im Blick

Die Hirschlausfliege sorgt jedes Jahr aufs Neue für Verunsicherung. Kaum beginnt der Spätsommer, tauchen Berichte über „fliegende Zecken“ auf, Hunde kratzen sich plötzlich heftig nach dem Waldspaziergang und auch Menschen berichten von schmerzhaften Stichen. Doch was steckt wirklich hinter diesem Insekt, das auf den ersten Blick so harmlos wirkt und sich dann als hartnäckiger Parasit entpuppt?

In diesem Artikel bekommst Du fundierte Informationen, spannende Fakten und eine klare Einordnung des Risikos – für Hunde, Pferde, Menschen und alle Vierbeiner, die gern im Wald unterwegs sind.

Was ist die Hirschlausfliege überhaupt?

Die Hirschlausfliege, wissenschaftlich bekannt als Lipoptena cervi, gehört zur Familie der Hippoboscidae. Innerhalb dieser Familie finden sich verschiedene Lausfliegen, die sich auf wildlebende Tiere spezialisiert haben. Anders als klassische Insekten, die nur kurzzeitig Blut saugen, lebt die Hirschlausfliege dauerhaft auf ihrem Wirt. Ihr Ziel sind vor allem Hirsche, Rehe, Dachse und andere Wildtiere. Auch Wildschweine zählen zu den bevorzugten Wirten.

Der Name „fliegende Zecke“ kommt nicht von ungefähr. Zwar ist die Hirschlausfliege keine Zeckenart und auch nicht mit dem Gemeinen Holzbock verwandt, doch ihre Lebensweise weist eine gewisse Ähnlichkeit auf. Beide Parasiten saugen Blut, beide verankern sich fest in der Haut und beide sind schwer wieder zu entfernen, wenn sie sich erst einmal festgesetzt haben.

Aussehen, Körperbau und Besonderheiten

Mit bloßem Blick wirkt die Hirschlausfliege unscheinbar, fast wie eine kleine Fliege. Ihr Körper ist flach, rotbraun gefärbt, hat sechs Beine und äußerst robust. Auffällig sind die kräftigen Beine mit kleinen Krallen, mit denen sie sich im Fell oder an Haaren festhält. Der Kopf ist breit, der Stechrüssel gut entwickelt und perfekt auf das Blutsaugen angepasst.

Ein besonderes Merkmal sind die Flügel. Die Hirschlausfliege fliegt aktiv, meist aus dem Wald heraus, sobald sie einen potenziellen Wirt wahrnimmt. Hat sie ihr Ziel erreicht, wirft sie die Flügel ab. Ab diesem Moment lebt sie dauerhaft auf dem Tier und bewegt sich krabbelnd durch Fell oder Haare. Genau dieses Verhalten macht sie für Hundehalterinnen und Hundehalter so tückisch.

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Vorkommen, Waldgebiete und Hauptsaison

Die bevorzugten Lebensräume der Hirschlausfliege sind Wälder und Waldränder in Europa sowie in Nord- und Mittelasien.. Waldgebiete mit hohem Wildbestand bieten ideale Bedingungen, da dort ausreichend Wirte vorhanden sind. In Deutschland, Österreich und der Schweiz werden jedes Jahr neue Daten zum Vorkommen gesammelt, die zeigen, dass sich das Verbreitungsgebiet stetig ausdehnt.

Die Schwärmzeit der Hirschlausfliege liegt im Spätsommer und Herbst. Ab etwa August bis in den Oktober hinein ist das Risiko besonders hoch. Warme Sommer und milde Herbste begünstigen die Ausbreitung zusätzlich. Experten gehen davon aus, dass der Klimawandel eine wichtige Rolle spielt, da höhere Temperaturen die Entwicklungszyklen der Insekten beschleunigen.

Hirschlausfliege beim Hund – warum gerade Hunde betroffen sind

Hunde sind keine klassischen Wirte der Hirschlausfliege, geraten aber häufig ins Visier. Der Grund ist einfach: Vierbeiner bewegen sich gern durch Wald und Unterholz, genau dort, wo die Lausfliegen auf der Lauer sitzen. Sobald ein Hund vorbeiläuft, erkennt das Insekt durch Wärme, Bewegung und Geruch sein Ziel und fliegt gezielt auf ihn zu.

Die Hirschlausfliege krabbelt blitzschnell durch das Fell, bevorzugt Richtung Nacken, Bauch oder hinter die Ohren. Dort beginnt sie mit der Blutmahlzeit. Für den Hund ist das extrem unangenehm. Viele zeigen sofort Stress, drehen sich hektisch oder versuchen, sich zu beißen oder zu kratzen.

Symptome beim Hund

Ein Biss der Hirschlausfliege kann unterschiedliche Reaktionen auslösen. Häufig kommt es zu starkem Juckreiz, geröteter Haut und kleinen Pusteln. Manche Hunde reagieren empfindlicher als andere. In Einzelfällen kann es zu Entzündungen kommen, vor allem wenn der Hund die betroffene Stelle stark bearbeitet.

Typische Anzeichen sind:

  • Unruhe direkt nach dem Spaziergang

  • Starker Juckreiz, besonders im Nacken oder am Rücken

  • Kleine, harte Knoten, Pusteln oder Ekzeme auf der Haut

  • Vermehrtes Lecken oder Kratzen

  • Stressreaktionen und Unwohlsein

Die Hirschlausfliege kann das Bakterium Bartonella schoenbuchensis auf Hunde übertragen, was zu Fieberschüben und Hautentzündungen führen kann.

Hirschlausfliege und Menschen – ein unterschätztes Risiko

Auch Menschen können betroffen sein. Beim Spaziergang durch den Wald landet die Hirschlausfliege gelegentlich auf Kleidung, Haaren oder direkt auf der Haut. Sie kann durch Haare krabbeln und auch beim Menschen stechen. Der Stich wird oft als schmerzhaft beschrieben und kann zu langanhaltendem Juckreiz führen.

In seltenen Fällen wurde das Bakterium Bartonella schoenbuchensis nachgewiesen, welches über den Stich übertragen werden kann. Dies kann grippeähnliche Symptome auslösen. Solche Fälle sind selten, zeigen aber, dass Aufmerksamkeit angebracht ist. Achtung ist vor allem geboten, wenn sich der Stich entzündet oder ungewöhnlich lange anhält.

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Hirschlausfliege, Zecke und Gemeiner Holzbock – die Unterschiede

Obwohl der Begriff „fliegende Zecke“ weit verbreitet ist, handelt es sich bei der Hirschlausfliege nicht um eine Zecke. Zecken wie der Gemeine Holzbock gehören zu den Spinnentieren, während die Hirschlausfliege ein Insekt ist. Zecken warten meist im Gras oder Gebüsch und lassen sich abstreifen, Hirschlausfliegen fliegen aktiv auf ihren Wirt zu. Auch im Körperbau unterscheiden sie sich, denn Hirschlausfliegen haben sechs Beine, während Zecken acht Beine haben.

Auch im Verhalten gibt es Unterschiede. Zecken saugen Blut und fallen nach der Blutmahlzeit ab. Die Hirschlausfliege hingegen bleibt dauerhaft auf dem Wirt und nimmt immer wieder Blut auf. Diese Ähnlichkeit im Blutsaugen sorgt für die begriffliche Nähe, auch wenn es biologisch nicht korrekt ist.

Was tun bei einem Befall bei Deinem Vierbeiner?

Wichtig ist, ruhig zu bleiben. Die Hirschlausfliege lässt sich nicht so leicht entfernen wie eine Zecke. Zerdrücken ist schwierig, da der Körper sehr robust ist. Am Besten verwendest Du eine Pinzette oder trägst Handschuhe, um sie vorsichtig aus dem Fell zu ziehen. Achte darauf, sie nicht mit bloßen Fingern zu zerquetschen.

Nach dem Entfernen solltest Du die Einstichstelle der Hirschlausfliege desinfizieren und die Hautstelle im Blick behalten. Treten Rötungen, Pusteln oder anhaltender Juckreiz auf, kann eine tierärztliche Abklärung sinnvoll sein. Ein einzelner Biss ist meist harmlos, mehrere Bisse oder starke Reaktionen sollten jedoch ernst genommen werden. Ein Tierarzt sollte aufgesucht werden, wenn die Einstichstellen stark anschwellen, sich entzünden, der Hund Fieber bekommt oder allergisch reagiert.

Prävention: Schutz für Hunde, Pferde und andere Tiere

Viele Hundehalterinnen und Hundehalter fragen sich, ob Spot Ons oder Spot On Präparate gegen die Hirschlausfliege helfen. Die Datenlage ist hier nicht eindeutig. Einige Produkte können abschreckend wirken, bieten aber keinen zuverlässigen Schutz. Da die Hirschlausfliege keine klassische Zecke ist, greifen viele Präparate nur eingeschränkt.

Ein bewusster Umgang mit dem Risiko ist daher wichtig. Nach Spaziergängen im Wald sollte der Hund gründlich auf flache, braune Käfer abgesucht werden, um Hirschlausfliegen zu erkennen. Achte auf ungewöhnliche Bewegungen im Fell und auf Stellen, an denen Dein Hund besonders empfindlich reagiert.

Auch Pferde können betroffen sein, vor allem in Waldnähe. Bei ihnen zeigen sich ähnliche Symptome wie Juckreiz und Hautreaktionen. Regelmäßige Kontrolle und ein aufmerksamer Blick sind hier das Ziel.

Warum die Hirschlausfliege zunimmt

Experten sehen mehrere Gründe für die zunehmende Verbreitung. Der Klimawandel sorgt für längere warme Perioden, wodurch sich die Insekten besser vermehren können. Gleichzeitig nehmen Wildtierpopulationen in vielen Regionen zu, was der Hirschlausfliege mehr Wirte bietet. Waldgebiete werden intensiver genutzt, wodurch Menschen, Hunde und Wildtiere häufiger aufeinandertreffen.

All das erhöht das Risiko, dass die Hirschlausfliege auch beim Hund oder beim Menschen landet. Ein bewusster Umgang, Wissen und Aufmerksamkeit sind daher wichtiger denn je.

Fazit: Wissen schafft Sicherheit

Die Hirschlausfliege ist kein Grund zur Panik, aber ein Parasit, den Du ernst nehmen solltest. Besonders für Hunde, die gern im Wald unterwegs sind, gehört sie mittlerweile zum Spätsommer dazu. Mit einem aufmerksamen Blick, regelmäßiger Kontrolle des Fells und dem Wissen um Symptome und Reaktionen kannst Du Deinen Vierbeiner gut begleiten.

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