Article: Maul- und Klauenseuche beim Pferd – was Du jetzt wissen solltest

Maul- und Klauenseuche beim Pferd – was Du jetzt wissen solltest
Die Maul- und Klauenseuche sorgt bei vielen Pferdebesitzerinnen und Pferdebesitzern für große Sorgen. Kaum wird über einen Ausbruch dieser hochansteckenden Tierseuche berichtet, tauchen viele Fragen auf: Sind Pferde überhaupt betroffen? Besteht ein Risiko für den Pferdesport? Welche Einschränkungen gelten für Betriebe, Transport und Handel? Und wie sieht ein sinnvolles Hygienemanagement aus, um Tiere zu schützen?
In diesem Blogbeitrag findest Du klare Antworten, verständlich erklärt und mit Blick auf die Praxis. Denn gerade im Umgang mit sensiblen Themen wie der Maul- und Klauenseuche ist es wichtig, sachlich zu bleiben und gleichzeitig Sicherheit zu vermitteln.

Was ist die Maul- und Klauenseuche?
Die Maul- und Klauenseuche, auch bekannt als kurz MKS, ist eine hochansteckende Viruserkrankung. Verursacht wird sie durch das MKS-Virus, das vor allem Klauentiere und andere Paarhufer betrifft. Dazu zählen Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Büffel sowie verschiedene Wildtiere wie Wildschweine oder sogar Giraffen.
Die Krankheit ist weltweit gefürchtet, da sie sich extrem schnell ausbreiten kann und große wirtschaftliche Schäden verursacht. Besonders Nutztiere in landwirtschaftlichen Betrieben sind betroffen, da es häufig zu Milchrückgang, Leistungseinbußen und Handelsbeschränkungen kommt. Auch Fleisch, Milch und Rohmilch unterliegen im Fall einer Seuche strengen Auflagen.
Sind Pferde von der Maul- und Klauenseuche betroffen?
Hier kommt eine wichtige Entwarnung: Pferde gehören zu den Equiden und sind keine Klauentiere. Sie zählen damit nicht zu den klassischen Wirten des MKS-Virus. Eine direkte Erkrankung von Pferden an der Maul- und Klauenseuche gilt nach aktuellem wissenschaftlichem Stand als äußerst unwahrscheinlich.
Dennoch spielen Pferde im Zusammenhang mit der Maul- und Klauenseuche eine Rolle. Sie können zwar nicht selbst erkranken, aber indirekt zur Einschleppung oder Übertragung des Virus beitragen. Genau hier liegt das Risiko, welches Pferdehalterinnen, Pferdehalter und Pferdesport-Betriebe ernst nehmen sollten.
Übertragungswege und mögliche Gefahren
Das MKS-Virus ist extrem widerstandsfähig und kann über viele Wege übertragen werden. Zu den wichtigsten Übertragungswegen zählen direkter Tierkontakt, kontaminierte Kleidung, Schuhe, Decken, Fahrzeuge oder Gerätschaften. Auch Mist, Gülle, Futter, Güter und Transportmittel können das Virus weitertragen. Die Maul- und Klauenseuche kann auch indirekt über Menschen, Fahrzeuge und kontaminierte Materialien übertragen werden. Beispielsweise auf Turnieren, in Reitställen oder beim Transport ins Ausland treffen Pferdebesitzerinnen und Pferdebesitzer auf andere Betriebe, Regionen oder sogar Länder wie Österreich, Ungarn oder die Slowakei. Dadurch steigt die Gefahr einer ungewollten Verschleppung, auch wenn das Pferd selbst gesund bleibt.
Selbst Hunde, Menschen oder Wildtiere können das Virus mechanisch übertragen, ohne selbst zu erkranken. Deshalb ist das Thema Biosicherheitsmaßnahmen im Pferdebereich so wichtig.

Symptome bei betroffenen Tieren
Bei tatsächlich erkrankten Klauentieren zeigt sich die Maul- und Klauenseuche durch typische Symptome. Dazu gehören Bläschen im Maul, an den Lippen, an der Innenfläche der Maulschleimhaut, an den Zitzen oder an den Klauen. Die Bläschen können schmerzhaft sein und aufplatzen, was zu Lahmheit und Fressunlust führt.
In schweren Fällen kommt es zu starkem Milchrückgang, Fieber und allgemeiner Schwäche. Besonders Jungtiere sind gefährdet. Bei Pferden treten diese Symptome nicht auf, dennoch ist es wichtig, sie zu kennen, um mögliche Kontakte zu betroffenen Tierarten richtig einzuordnen.
Maßnahmen bei einem Ausbruch
Kommt es zu einem bestätigten Fall oder Ausbruch, greifen umfangreiche Maßnahmen. Dazu zählen Sperrzonen, Transportverbote, Einfuhrbeschränkungen sowie Einschränkungen im Handel. Ganze Regionen oder sogar Länder können betroffen sein, auch Deutschland oder einzelne Bundesländer wie Brandenburg.
Für Pferdehalterinnen und Pferdehalter bedeutet das oft, dass der Pferdesport eingeschränkt oder vorübergehend untersagt wird. Turniere werden abgesagt, Stallwechsel verboten und der Kontakt zu anderen Betrieben stark reglementiert. Diese Bedingungen dienen dem Schutz aller Tiere und sollen eine weitere Ausbreitung verhindern.
Hygienemanagement und Biosicherheitsmaßnahmen im Pferdealltag
Ein gutes Hygienemanagement ist der Schlüssel zur Prävention. Auch wenn Dein Pferd nicht an MKS erkranken kann, trägst Du als Pferdebesitzerin oder Pferdebesitzer Verantwortung für die Tiere in Deinem Umfeld.
Dazu gehört, Kleidung und Schuhe regelmäßig zu wechseln und zu reinigen, insbesondere nach Kontakt mit anderen Betrieben oder Nutztieren. Decken, Halfter und Ausrüstung sollten nicht geteilt werden. Fahrzeuge und Anhänger müssen sauber gehalten und bei Bedarf desinfiziert werden.
Besondere Vorsicht gilt bei Auslandsreisen, etwa nach Ungarn, Österreich oder in die Slowakei. Informiere Dich vorab über die aktuelle Seuchenlage und halte Dich strikt an Empfehlungen und Vorgaben der Behörden.
Rolle von Menschen und Organisationen
Menschen selbst erkranken nur sehr selten an der Maul- und Klauenseuche, können das Virus aber weitertragen. Deshalb ist Aufklärung so wichtig. Organisationen wie die Deutsche Reiterliche Vereinigung geben regelmäßig Empfehlungen für Pferdehalter, Betriebe und den Pferdesport heraus.
Diese Antworten und Handlungsempfehlungen helfen Dir, im Ernstfall ruhig und richtig zu reagieren. Sie basieren auf aktuellen Erkenntnissen und berücksichtigen sowohl den Schutz der Tiere als auch die praktischen Herausforderungen im Stallalltag.
Häufige Fragen von Pferdebesitzerinnen und Pferdebesitzern
Viele Pferdebesitzer sorgen sich, ob sie ihr Tier weiterhin bewegen dürfen oder ob Kontakt zu anderen Pferden gefährlich ist. Grundsätzlich gilt: Solange keine behördlichen Einschränkungen bestehen, ist der normale Umgang erlaubt. Bei einem Ausbruch in der Region solltest Du Kontakte reduzieren und Deinen Stall besonders sorgfältig managen.
Auch die Frage nach der Übertragung über Futter, Heu oder Einstreu kommt häufig auf. Hier ist Vorsicht geboten, vor allem wenn die Güter aus betroffenen Regionen stammen. Transparenz im Handel und klare Informationen zur Herkunft sind entscheidend.
Warum Prävention so wichtig ist
Die Maul- und Klauenseuche ist eine Seuche, die enorme Auswirkungen auf die Tierhaltung haben kann. Auch wenn Pferde selbst nicht erkranken sind sie Teil des Gesamtsystems. Durch umsichtiges Verhalten kannst Du aktiv dazu beitragen eine Einschleppung zu verhindern.
Sauberkeit, Aufmerksamkeit und das Ernst nehmen von Empfehlungen schützen nicht nur Deine eigenen Tiere, sondern auch Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und wildlebende Klauentiere. So trägst Du Verantwortung für das Wohl aller Tiere und für die Stabilität der Betriebe im In- und Ausland.
Fazit: Wachsamkeit statt Panik
Die Maul- und Klauenseuche beim Pferd ist vor allem ein Thema der Vorsorge und Information. Panik ist nicht angebracht, aber Wachsamkeit schon. Wenn Du die Übertragungswege kennst, Hygienemaßnahmen konsequent umsetzt und aktuelle Hinweise beachtest, bist Du gut vorbereitet.
Teile dieses Wissen gern mit anderen Pferdehalterinnen und Pferdehaltern. Denn je besser informiert wir alle sind, desto geringer ist die Gefahr für unsere Tiere. Genau darum geht es: Sicherheit, Verantwortung und ein gutes Gefühl im Umgang mit Deinem Pferd.


















